{"id":141,"date":"2019-12-18T22:37:43","date_gmt":"2019-12-18T22:37:43","guid":{"rendered":"http:\/\/ricercando.eu\/?p=141"},"modified":"2019-12-18T23:11:31","modified_gmt":"2019-12-18T23:11:31","slug":"zum-fest-der-liebe-2019-braucht-der-hass-eine-rehabilitierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ricercando.eu\/?p=141","title":{"rendered":"Zum \u201eFest der Liebe\u201c 2019: Braucht der Hass eine Rehabilitierung ?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-color has-background has-vivid-red-color has-light-green-cyan-background-color\"><strong>Dieser Text kann <a href=\"https:\/\/ricercando.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/HASS-Ricercando-Blog-2019-12-18.pdf\">HIER<\/a> als <a href=\"https:\/\/ricercando.eu\/wp-content\/uploads\/2019\/12\/HASS-Ricercando-Blog-2019-12-18.pdf\">pdf<\/a> ersehen und heruntergeladen werden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>                      &lt;&lt;&nbsp; <strong>There\u00b4s  a  crack in everything<\/strong>\/ <strong>That\u00b4s how the light gets in<\/strong>&nbsp; &gt;&gt;<\/p>\n\n\n\n<p>                                  (Leonard Cohen, 1934-2016\/ Kanadischer Songwriter)<\/p>\n\n\n\n<p>Allseitig kritisches Denken scheint es schwer zu haben \u2013 favorisiert werden \u201eMeinungen\u201c, \u201eParteien\u201c, die Hauptsache scheint zu sein, einen \u201eStandpunkt\u201c sein Eigen nennen zu d\u00fcrfen, der als \u201ewiedererkennbar\u201c positiv benannt wird, wobei es aber eher lapidar, n\u00fcchtern und profan darum gehen k\u00f6nnte, das \u201eEinordnen\u201c zu erleichtern, um vielleicht den Proporz in Talkshows anstrengungslos gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<br> Selbstdistanz oder der Anspruch auf Differentiationsf\u00e4higkeit bringen keine \u201eKlicks\u201c von \u201eFollowern\u201c, die \u201ebest\u00e4tigt\u201c werden wollen und \u201ebest\u00e4tigen\u201c sollen&nbsp; \u2013 Konjunktur zu haben scheinen, als Voraussetzung von \u201eMeinung\u201c statt Denken, die Gef\u00fchle, Emotionen, auch \u201eBesorgtheiten\u201c, die nicht in Frage gestellt zu werden haben und bereits per se Autorit\u00e4t heischen mit vorgeblicher \u201eAuthentizit\u00e4t\u201c, scheinbarer \u201eEhrlichkeit\u201c&nbsp; &#8211; nur <em>ein <\/em>Gef\u00fchl scheint wenig Follower zu haben:<br> das ist der Hass.<br> Warum hat er es so schwer ?<br> <br> Eigentlich m\u00fc\u00dfte Hass doch als das einzige Gef\u00fchl erkannt werden, das nur in absoluter Authentizit\u00e4t und Ehrlichkeit vorhanden sein kann : von daher erscheint es unverst\u00e4ndlich, weshalb er so wenig \u201eBest\u00e4tigung\u201c erf\u00e4hrt, und abgelehnt, verfolgt, verboten werden soll.<br> <br> N\u00fcchtern, \u201erational\u201c, differenziert betrachtet, ist Hass ein Gef\u00fchl wie alle anderen auch: er kann verfehlt sein, Verirrung, ma\u00dflos, unberechtigt, insbesondere ein Ergebnis von verdr\u00e4ngten eigenen anderen Gef\u00fchlen, also falsch, und damit auch inakzeptabel, zu bek\u00e4mpfend, wenn m\u00f6glich mit Argumentation zu begegnend \u2026 doch dass er auch berechtigt sein k\u00f6nnte, wie Liebe, Mitleid, Sorge, Schmerz ? \u2013 das scheint ihm kaum, immer weniger zugestanden zu werden.<br> <br> Ist es mit der \u201eAuthentizit\u00e4t\u201c etwa gar nicht so weit her wie oft beschworen oder vor sich hergetragen ?<br> <br> Wom\u00f6glich ist es gerade die Ehrlichkeit, welcher die Ablehnung gilt ?<br> <br> Liebe, Empathie, Best\u00e4tigung und Weiteres kann man heucheln \u2013 Hass kaum.<br> <br> Wer grunds\u00e4tzlich die \u201efreie Meinungs\u00e4u\u00dferung\u201c bejahen, erhalten, f\u00f6rdern, aber etwas so Unmittelbares wie den Hass unterdr\u00fccken will, k\u00f6nnte eine gest\u00f6rte, eingeschr\u00e4nkte Auffassung von Freiheit, oder auch \u201eEchtheit\u201c haben.<br> So wie Liebe, Mitleid, Sorge abgelehnt, als unecht, unpassend, st\u00f6rend, unerw\u00fcnscht abgelehnt \u2013 aber auch angenommen \u2013&nbsp; werden k\u00f6nnen, kann dies auch gegen\u00fcber dem Hass geschehen : doch ihn anzunehmen, zu verstehen, zu begr\u00fc\u00dfen, scheint dem Hass kaum zuteil zu werden.<br> <br> Dabei ist hier Wahrnehmung, Bewertung, Rezeption ebensowenig eindeutig wie auch bei anderen Gef\u00fchlen \u2013 was der Eine z.B. als \u201eHassrede\u201c einordnen oder empfinden will, kann von Anderen ganz anders wahrgenommen werden; dennoch wird so getan als sei es klar, was \u201eHassrede\u201c sein und wie sie behandelt werden soll : Gegenrede, Einw\u00e4nde, andere Auffassungen, Hintergr\u00fcnde, Differenzierungen werden etwa vom \u201eNetzDG\u201c gar nicht erst zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es mu\u00df \u201egel\u00f6scht\u201c, \u201eangezeigt\u201c, bestraft werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird erst gar nicht hingeschaut, es wird Empathie untersagt, nicht gefragt, ob bspw. Wut und Ablehnung gegen\u00fcber dem Islam wom\u00f6glich von einer als \u201eunz\u00fcchtig\u201c verfolgten, \u201enicht ordnungsgem\u00e4\u00df bedeckt\u201c gekleideten Frau oder von einem wegen Homosexualit\u00e4t aus der islamischen Welt verfolgten Mann ge\u00e4u\u00dfert wird, ob deren eruptiv ge\u00e4u\u00dferte Gef\u00fchle gegen den Islam nicht einfach verst\u00e4ndlich sein k\u00f6nnten: es wird \u201egeblockt\u201c, \u201egemeldet\u201c; ansonsten angeblich stets so erw\u00fcnschte Gef\u00fchle werden auf einmal als \u201ezu emotional\u201c, \u201ezu kontrovers\u201c abgelehnt und sanktioniert, als seien deren \u00c4u\u00dferungen gleichzusetzen mit etwa denen selbst ernannter \u201eIslamkritiker\u201c, deren eigene h\u00e4ufig als \u201ewertkonservativ\u201c, \u201echristlich\u201c oder \u00e4hnlich \u00fcberh\u00f6hte \u201e\u00dcberzeugungen\u201c sich in ihren reaktion\u00e4ren Haltungen merkw\u00fcrdig wenig von den \u201ekritisierten\u201c Rechtgl\u00e4ubigen des Islam zu unterscheiden scheinen.<br> <br>Die Gleichsetzung von Hass mit \u201eExtremismus\u201c oder Terrorismus ist eher selbst extremistisch und unterdr\u00fcckt die freie Wahrnehmung.<br> <br>Es war einmal, als etwa die SPD \u201emehr Demokratie wagen\u201c wollte und mit etlichen ihrer Protagonisten f\u00fcr Aufbruch, Freiheitlichkeit, Liberalit\u00e4t stand \u2026 <br> <br> \u2026 und heute sind es gleich drei ausgerechnet Justiz-Minister\/-innen der SPD hintereinander, die eigentlich in einem Rechtsstaat f\u00fcr Bewahrung und Ausbau von Freiheits- und Individualrechten auftreten m\u00fc\u00dften, doch an kaum \u00fcberbietbarer Verlogenheit, Spie\u00dfigkeit und Freiheitsfeindlichkeit mit verkniffenen Figuren wie Barley oder Lambrecht f\u00fcr gnadenlose Einschr\u00e4nkung, Bedrohung und Verfolgung offener, kontroverser und damit unausweichlich auch emotionaler Auseinandersetzung und Konfrontation stehen.<br> <br>Wie sonst kann man als Anh\u00e4nger eines freiheitlichen Rechtsstaates dieser Piefigkeit und Borniertheit der engen Beschr\u00e4nkung erlaubter Gef\u00fchle, Gedanken und \u00c4u\u00dferungen anders glaubw\u00fcrdig, \u201eauthentisch\u201c entgegentreten als mit Wut, Ablehnung, Hass ?<br> <br>Wer sich von jener Engstirnigkeit nicht bedroht f\u00fchlt und sich nicht entsprechend entschieden \u00e4u\u00dfert, dem kann ich nicht abnehmen, dass er sich um die Bewahrung des Rechtsstaates ehrlich sorgt.<br> Die ber\u00fcchtigte &#8222;Political Correctness&#8220; \u2013 freilich auch ein unklarer, h\u00e4ufig nicht, oder recht unterschiedlich definierter Begriff \u2013 wirkt so de facto als ein Sammelbegriff f\u00fcr angewandten Machtmissbrauch: was h\u00e4tte solcher anderes verdient als Hass ?<br> <br> Vermeintlich oder tats\u00e4chlich M\u00e4chtige entscheiden, was man sagen darf oder nicht, bestrafen diejenigen welche sich nicht daran halten, und paradoxer Weise geschieht dies weithin h\u00e4ufig auch noch unter dem Siegel der &#8222;Antidiskriminierung&#8220;, der &#8222;Gleichheit&#8220; und des &#8222;Schutzes von Schwachen&#8220;.&nbsp; <br> <br> Schwache aber sch\u00fctzt man am besten dadurch, dass sie aussprechen, was sie unterdr\u00fcckt, und sie sich dagegen zur Wehr setzen d\u00fcrfen.<br> \u201eFacebook\u201c-User brauchen keinen \u201eStaat\u201c, der den \u201eSocial Networks\u201c nachstellt und \u201eSteuern\u201c abkn\u00f6pfen will \u2013 sondern \u201eNutzer-Rechte\u201c ! \u2013 und eigene, vom \u201eSocial Network\u201c bereitzustellende M\u00f6glichkeiten, diese unkompliziert und zug\u00e4nglich <em>selbst<\/em> durchsetzen zu k\u00f6nnen !<br> <br> Der &#8222;Christopher Street Day&#8220; zum Beispiel aber w\u00fcrde heute \u2013 so wie er original 1969 angek\u00fcndigt, begleitet und durchgef\u00fchrt wurde \u2013 &#8222;bei Facebook gesperrt&#8220;, es w\u00e4re &#8222;Hassrede&#8220;, es w\u00e4re &#8222;politisch nicht korrekt&#8220;.<br> Ebenso wie zahllose Werke der &#8222;Aufkl\u00e4rung&#8220;, auf die &#8222;Europa so stolz&#8220; sein will, die &#8222;Westliche Welt\u201c\u2026Voltaire, Nietzsche, Schiller, Heine, Schopenhauer, Diderot und etliche mehr: w\u00fcrden &#8222;gemeldet&#8220; durch das &#8222;NetzDG&#8220;:<\/p>\n\n\n\n<p>Verursacht von fulminanten Geistesgr\u00f6\u00dfen wie &#8222;Christine Lambrecht&#8220;, &#8222;Katarina Barley\u201c oder &#8222;Heiko Maas&#8220; m\u00fc\u00dften sie sich &#8222;vor einem Gericht verantworten&#8220;, vor Macht mi\u00dfbrauchenden &#8222;tragenden Mitgliedern der Gesellschaft&#8220;, die &#8222;vom Staat bezahlt&#8220; werden, jedoch angeblich &#8222;unabh\u00e4ngig entscheiden&#8220;, wie nach \u00a7130 StGB (&#8222;Volksverhetzung&#8220;) oder \u00a7166 StGB (&#8222;Blasphemie&#8220;).<br> <br> Im zwangs-verordneten Schweigen, der \u201eAnpassung\u201c, des \u201eguten Tons\u201c, der \u201eDiplomatie\u201c hat immer der R\u00fccksichtsloseste und Machtmi\u00dfbrauchendste die Oberhand.<br> Wer Kinder zu &#8222;Anstand&#8220;, zum &#8222;Gehorchen&#8220;, zum &#8222;Gib dem Onkel das sch\u00f6ne H\u00e4ndchen&#8220; dressiert, der wird <em>Missbrauch <\/em>bekommen.<br> <br> Wer Menschen erlaubt, ihr Elend, ihre Unterdr\u00fcckung, die Wirkungen der ihnen auferlegten Verbote oder Bedrohungen herauszuschreien, v\u00f6llig &#8222;inkorrekt&#8220;, der wird nur dann Missbrauch dieser Freiheiten bekommen, wenn er zuvor kein besseres Beispiel daf\u00fcr gegeben und entwickelt hat, wie man ohne Missbrauch offen diskutiert.<br> <br> Dazu w\u00fcrde man aber <em>echte<\/em> Autorit\u00e4t brauchen; &#8222;Political Correctness&#8220; verbreitet und heischt nach einer unechten &#8222;Autorit\u00e4t&#8220;, sie entzieht Menschen das Vertrauen, ist damit taktlos, unanst\u00e4ndig und z\u00fcchtet Hass in unguter, destruktiver Form.<br> Wer mit &#8222;seinen Kindern&#8220; so umgehen, ihnen den Mund verbieten, ihre Gef\u00fchle nicht ernstnehmen und auch kein Beispiel besserer und ehrlicher Auseinandersetzung geben w\u00fcrde, der bekommt Heranwachsende, die auf dem Unterdr\u00fcckten umso vehementer bestehen : <br> Renitente egozentrische selbstbezogene selbstgerechte r\u00fccksichtslose mental und geistig Eingeschr\u00e4nkte, also sowas wie &#8222;W\u00e4hler&#8220; von &#8222;AfD&#8220; oder SED\/&#8220;Linke&#8220;, oder auch einen Rezo.<br> <br> Menschen mit dunkler Hautfarbe mit Bananen zu bewerfen und Affenlaute zu machen, ist z.B. nicht &#8222;politisch inkorrekt&#8220;, es ist <em>Rassismus<\/em>, und mu\u00df auch so genannt werden.<br> Dies zu benennen, darf und kann kein Problem sein.<br> <br> Leider jedoch <em>wird<\/em> mit der &#8222;Political Correctness&#8220; das genaue und schonungslose Benennen gerade weithin zum Problem <em>gemacht <\/em>&nbsp;! : <em>dies<\/em> ist das Problem der &#8222;Political Correctness&#8220; &#8211; dass man <em>bestimmte<\/em> unertr\u00e4gliche und unverzeihliche Verhaltensweisen auch so benennen darf und soll, andere jedoch <em>nicht<\/em>\u2026<br> <br> Oder auch: Person A, welche angeblich \u201eHass ablehnt\u201c, hasst fast immer durchaus selbst \u2013 nur etwas anderes als Person B -, und gibt dabei vor, \u201eHass zu bek\u00e4mpfen\u201c, dabei will er nur bek\u00e4mpfen, dass Person B nicht das aus seiner Sicht \u201eRichtige\u201c hasst \u2026<br> Etwa der Rassismus <em>des<\/em> Islam, dessen unbestreitbarer und nachweisbarer Anspruch, &#8222;letztg\u00fcltige Offenbarung&#8220; zu sein und alle Nicht Rechtgl\u00e4ubigen&#8220; zu Menschen zweiter Klasse zu erkl\u00e4ren, wie es sich etwa in der \u201eKairoer Erkl\u00e4rung\u201c manifestiert: dieser soll z.B. nicht benannt werden, es wird als &#8222;Islamophobie&#8220;, als eine Art &#8222;Krankheit&#8220; stigmatisiert und diffamiert, obwohl es gerade ein Ausdruck der Klarsicht, klaren Verstandes ist, wie z.B. bei Voltaire (&#8222;Der Fanatismus, oder Mohammed&#8220;).<br><\/p>\n\n\n\n<p>Durch das <em>faktische\nVerbot<\/em>, solche (religions-)wissenschaftlich belegte Wahrheiten \u00fcber <em>den\n<\/em>Islam auszusprechen, wird dessen Aussprechen den Rechtsradikalen\n\u00fcberlassen, die es entsprechend verk\u00fcrzen &#8211; um es dann stigmatisieren und sich\nselbst als &#8222;tolerant&#8220; behaupten zu k\u00f6nnen, obwohl gr\u00f6\u00dfte Teile der\n&#8222;Islam Community&#8220; dieselben Auffassungen haben wie die AfD: das eine\nwird &#8222;toleriert&#8220;, das &#8222;andere&#8220; genau Gleiche wird bek\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird einfach\nkurz geschlossen, dass, wer solche belegbaren Erkenntnisse \u00fcber den Islam nicht\nverleugnet, auch jeden einzelnen Gl\u00e4ubigen \u201eablehnen\u201c, oder auch grunds\u00e4tzlich\ndie M\u00f6glichkeit eines \u201epers\u00f6nlichen\u201c, \u201eehrlichen\u201c Glaubens abstreiten w\u00fcrde und\nm\u00fcsse.<br>\n<br>\nDas Problem der &#8222;Political Correctness&#8220; ist mithin nicht nur seine\nInkoh\u00e4renz, oder auch: Widerspr\u00fcchlichkeit, oder auch: Verlogenheit, sondern\nauch oder vor allem, dass er genau beschreiben, definieren und festlegen zu\nk\u00f6nnen vorgibt, was \u201erichtig\u201c und \u201efalsch\u201c und was zu ahnden sei.<br>\n<br>\nDritte und weitere M\u00f6glichkeiten scheinen nicht vorgesehen zu sein, so dass\netwa Verst\u00e4ndigung oder Einvernehmen bez\u00fcglich bestimmter Auffassungen\nvorhanden sein k\u00f6nnten, dabei aber nicht unbedingt \u201eEinigkeit\u201c erzielt werden\nm\u00fc\u00dfte. <br>\nDass weiterhin, auch ungeachtet von \u00dcbereinstimmungen keine Harmonie und keine\ngleichen Bewertungen, sondern scharfer Dissens vorliegen und dass dessen\nAnnehmen und der Umgang damit Freiheitlichkeit und Demokratisierung sch\u00e4rfen,\nbewahren, st\u00e4rken k\u00f6nnten anstelle von Verdikten und Sanktionen gegen\u00fcber dem\nvermeintlich \u201eKorrekten\u201c und\/ oder dem \u201eguten Ton\u201c, solche \u2013 f\u00fcr ein\ndemokratisches Gemeinwesen aber eigentlich konstituierenden \u2013 Differenzierungen\nbleiben \u201eunerh\u00f6rt\u201c.<br>\n<br>\nNur \u201eEinvernehmen\u201c wird\nangestrebt, ertragen oder erzwungen \u2013 \u201eUnvernehmen\u201c mu\u00df sanktioniert,\nabgelehnt, diffamiert werden, z.B. als \u201eRassismus\u201c oder \u201e-phobie\u201c\u2026<br>\n<br>\nAber: \u201eUnter Unvernehmen\nwird man einen bestimmten Typus einer Sprechsituation verstehen: jene, bei der\neiner der Gespr\u00e4chspartner <em>gleichzeitig <\/em>vernimmt und auch <em>nicht<\/em>\nvernimmt, was der andere sagt.<br>\nDas Unvernehmen ist nicht der Konflikt zwischen dem, der \u201awei\u00df\u2018 und jenem der\n\u201aschwarz\u2018 sagt.<br>\nEs ist der Konflikt zwischen dem, der \u201awei\u00df\u2018 sagt und jenem, der auch \u201awei\u00df\u2018\nsagt, aber der keineswegs dasselbe darunter versteht bzw. nicht versteht, dass\nder andere dasselbe unter dem Namen der Wei\u00dfe sagt.\u201c (Jacques Ranci\u00e8re, \u201eDas\nUnvernehmen\u201c, Frankfurt a.M.\/Berlin \u2013 Suhrkamp \u2013 2002, S. 9 f.).<br>\n<br>\nMan kann also z.B. etwas als \u201eHass(rede)\u201c empfinden und der Empfindung Anderer\nhierbei zustimmen, jedoch ganz andere Hintergr\u00fcnde, Bewertungen, Folgerungen\ndaraus ziehen, und dabei dessen Ausgrenzung, Verfolgung und Sanktionierung\nablehnen, anders als der Eine, welcher in der Auffassung als \u201eHass\u201c\n\u00fcbereinstimmt, diesen aber untersagen will, w\u00e4hrend der Andere den Hass als\nberechtigt und nachvollziehbar begr\u00fc\u00dfen kann.<br>\n<br>\nOder auch: der selbst\nernannte \u201eBek\u00e4mpfer des Hasses\u201c dr\u00fcckt hierbei das aus, was er angeblich\n\u201ebek\u00e4mpft\u201c oder abzulehnen vorgibt \u2013 er zeigt und beweist seinen Hass und seine\nUnterdr\u00fcckung gegen alles was er nicht verstehen will, oder kann.<br>\n<br>\nEr hasst nicht den Hass \u2013 sondern er ha\u00dft es, wenn dieser ihm aufzeigt, wie\nwenig \u201eauthentisch\u201c er sein, also seine eigenen tats\u00e4chlichen Gef\u00fchlen lieben\nk\u00f6nnte.<br>\n<br>\nWas es auf sich hat mit einer Liebe, welchen Bestand sie hat, dies erf\u00e4hrt sich\nnur mit einem klaren unerschrockenen Blick auf das was ist, die Gr\u00fcnde oder\nauch Abgr\u00fcnde : ist man sich all dessen bewu\u00dft, und bleibt sie bestehen, so ist\nsie nicht falsch, und wenn doch, so helfen keine Abwehrmechanismen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso ist es\nmit dem Hass; versucht man ihn n\u00fcchtern zu betrachten, zu ergr\u00fcnden, ob er\nnachvollziehbar oder sein kann, so kann es geschehen, dass etwas oder einiges\nBerechtigte zu finden w\u00e4re \u2013 oder auch nicht: dann darf, soll oder mu\u00df er auch\nzur\u00fcckgewiesen werden. Wenn aber doch, so helfen keine Abwehrmechanismen.<br>\n<br>\nNicht \u201eHass\u201c per se, als \u00e4u\u00dferliche Erscheinung, sollte oberfl\u00e4chlich\nabgelehnt, verfolgt, bestraft, untersagt werden \u2013 sondern nur wenn er sich als\ngrundlos und somit unzul\u00e4ssig herausstellt.<br>\nNicht \u201eformal\u201c beleidigend oder unfl\u00e4tig klingende \u00c4u\u00dferungen an sich sollten\nohne n\u00e4heres Hinsehen juristisch bestraft werden \u2013 sondern es sollte verhandelt\nund ergr\u00fcndet werden, ob \u201eharte\u201c, \u201ekontroverse\u201c Bezeichnungen Berechtigung\nhaben k\u00f6nnten.<br>\n<br>\nWenn nicht, sollten sie auch entsprechend sanktioniert und untersagt werden.<br>\n<br>\nEtwa im Fall Renate K\u00fcnast hat das Landgericht Berlin eine solche Absicht scheinbar\nverfolgt und sich dahingehend ge\u00e4u\u00dfert, dass, wenn die Politikerin\nrelativierende Ansichten zu sexuellen Handlungen mit als minderj\u00e4hrig\nBezeichneten und unm\u00fcndig Geltenden \u00e4u\u00dfert, sie sich entsprechende Invektive\ngefallen lassen m\u00fcsse \u2013 freilich hat das Gericht \u201e\u00fcbersehen\u201c, dass sich K\u00fcnast\nl\u00e4ngst mehrfach entsprechend distanziert und ihre fr\u00fcheren \u00c4u\u00dferungen als\n\u201efalsch\u201c bezeichnet hat.<br>\nSelbst wenn sie das nicht getan h\u00e4tte, bliebe es allerdings fraglich, ob es\nberechtigt und l\u00e4\u00dflich sein kann, sie derma\u00dfen zu beschimpfen.<br>\nJedenfalls zeigt diese Auseinandersetzung, dass es durchaus m\u00f6glich w\u00e4re, eine\nsolche auch zu \u201eHass\u201c-Taten inhaltlich zu f\u00fchren statt sich auf Formalien wie\nden \u201eguten Ton\u201c zur\u00fcckzuziehen.<br>\n<br>\nHass auf den Hass kann ebenso fragw\u00fcrdig, pauschalisierend, abwehrend oder\nunberechtigt sein wie der Hass selbst.<br>\nWer \u201eden Hass bek\u00e4mpfen\u201c und als ungeeignet f\u00fcr eine sinnvolle\nAuseinandersetzung verdeutlichen will, ihm aber selbst mit Hass und Ablehnung\nbegegnet statt mit m\u00f6glicher Differenzierung und auch selbstkritischer\nBetrachtung, wird wom\u00f6glich den Hass eher versch\u00e4rfen.<br>\n<br>\nWer behauptet, gegen Hass zu sein, mu\u00df bereit sein, ganz genau hinzuschauen,\nauch auf sich selbst, ob er mit dem Hass etwas von sich schiebt, das er bei\nsich ungern wahrhaben m\u00f6chte.<br>\nWer es vermeidet, genau hinzuschauen, verweigert \u2013 bei sich selbst und anderen\n\u2013 den Blick auf die Br\u00fcche der Gl\u00e4tte, der \u201e\u00dcberzeugungen\u201c, der \u201eMeinungen\u201c,\ndorthin wo sich die Mauern \u00f6ffnen k\u00f6nnten, wo das Licht hineink\u00e4me.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Copyright zu diesem\nText liegt vollst\u00e4ndig und ausschliesslich bei:<\/strong><br>\n<br>\nFiNiTESTi PUBLISHING,\n<strong>Berlin<\/strong>,Deutschland \u2013 <strong>Duino-Aurisina<\/strong>\/TS, Repubblica Italiana \u2013 <strong>North Berwick<\/strong>, East Lothian,\nScotland\/UK<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Missachtungen der Eigentums- und Nutzungsrechte, unbefugtes Verwenden, Kopieren, Verlinken, Weiterleiten, Kommentieren usw. von Texten, Textteilen und s\u00e4mtlichen Photos, einzeln, auch in Montagen, Kontexten, Zusammenstellungen ohne Genehmigung werden STRAFRECHTLICH SCH\u00c4RFSTENS VERFOLGT<\/strong> !&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;                                                                                                  18. 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